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Personenwagen 54

Fahrzeugdaten

  • Achsanordnung
2
  • Hersteller
Waggonfabrik Rastatt
  • Fabrik-Nummer
10577
  • Baujahr
1914
  • Fahrzeugmasse
9 t
  • Länge über Puffer
10,1 m
  • Bremsausrüstung
Handbremse und Druckluftbremse
  • Bremsgewicht
7 t
  • Art der Beheizung
Ofenheizung
  • Anzahl der Sitzplätze
36
  • letzte Betriebsverwaltung
Mittelbadische Eisenbahn-Gesellschaft (MEG)
  • bei der Selfkantbahn seit
1970
  • Status
Betriebsfahrzeug

Fahrzeuggeschichte

Zweiachser aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg

In der mittelbadischen Rheinebene sowie im da­mals zu Deutschland gehörenden Elsaß entstand in den achtziger und neunziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts ein zusammenhängendes Meterspur­netz von über 400 km Länge, das größtenteils von der Straßburger Straßenbahn (SSB) betrieben wur­de. Durch den Versailler Vertrag 1919 wurde das Netz geteilt; Straßburg und die linksrheinischen Strecken lagen nun in Frankreich. Für die verblie­benen rechtsrheinischen Linien zwischen Rastatt und Lahr wurde 1923 die Mittelbadische Eisen­bahn-Gesellschaft (MEG) gegründet.

Die SSB betrieb nur ihr städtisches Netz und einige Linien im direkten Umland von Straßburg elek­trisch. Die übrigen Überlandstrecken - insbeson­dere das rechtsrheinische Netz - hatten den Cha­rakter von Kleinbahnen, auch wenn in Baden das preußische Kleinbahngesetz natürlich nicht galt. Für diese dampfbetriebenen Schmalspurlinien be­schaffte die SSB 1909 und 1914 eine Serie von 11 zweiachsigen Personenwagen. Die Fahrzeuge von 1909 entstanden in der Hauptwerkstätte der SSB, die Wagen des Baujahres 1914, darunter Wagen 54, wurden von der Waggonfabrik Rastatt geliefert.

Im Laufe der Jahre blieben diese Wagen, die 1923 an die MEG übergingen, fast unverändert. Für den Einsatz als Triebwagen-Anhänger wurde in den dreißiger Jahren jeweils eine Sitzbank entfernt und ein Kohleofen eingebaut; die vorhandene Dampf­heizung wurde jedoch nicht ausgebaut. Die Farb­gebung wechselte vom ursprünglichen Grün über Blau-crème (Triebwagen-Anhänger) bis zum durchgehend roten Anstrich der sechziger Jahre.

Bei der Einstellung des Personenverkehrs 1970 waren noch die drei Wagen 45, 54 und 56 vorhan­den und wurden im Herbst des gleichen Jahres von der Selfkantbahn, die damals gerade im Aufbau war, übernommen. Ein vierter Wagen, Nr. 59, wur­de leider kurz zuvor Opfer eines Verkehrsunfalles.

Wagen 54 erhielt bei der Selfkantbahn demontier­bare Tische eingebaut, um bedarfsweise als zwei­ter Buffetwagen genutzt werden zu können. Zu­sammen mit den Wagen 45 und 56 steht dem Kleinbahnmuseum Selfkantbahn eine besonders schöne, stilreine Personenzuggarnitur zur Verfü­gung. Als sinnvolle Ergänzung sind zudem zwei Dieseltriebwagen der MEG vorhanden.

© Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e. V.