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Personenwagen 121

Fahrzeugdaten

  • Achsanordnung
4
  • Hersteller
Schweizerische Industrie-Gesellschaft, Neuhausen (SIG)
  • Fabrik-Nummer
?
  • Baujahr
1886
  • Fahrzeugmasse
-
  • Länge über Puffer
-
  • Bremsausrüstung
Handbremse und Druckluftbremse
  • Bremsgewicht
11 t
  • Art der Beheizung
Dampfheizung
  • Anzahl der Sitzplätze
48
  • letzte Betriebsverwaltung
Appenzeller Bahnen
  • bei der Selfkantbahn seit
1991
  • Status
Betriebsfahrzeug

Fahrzeuggeschichte

Früher Vierachser der Appenzeller Bahn (Schweiz)

Als eine der ersten Schmalspurbahnen der Schweiz wurde 1875 das erste Teilstück der Appenzeller Bahn (AB) von Winkeln über Herisau nach Urnäsch in Betrieb genommen. Die Verlängerung bis Appenzell folgte im Jahre 1886. Anfangs verkehr­ten auf der meterspurigen Bahnlinie nur zwei­achsige Personenwagen. Bei der Aufstockung des Wagenparks anläßlich der Streckenverlängerung nach Appenzell beschaffte die Bahngesellschaft aber nur noch einen Z\weiachser (Nr. 4, heute als Wagen 44 bei der Selfkantbahn) sowie eine Serie von 5 vierachsigen Personenwagen 3. Klasse mit den Betriebsnummern 17 bis 21.

Diese Fahrzeuge, 1886 geliefert von der Schweize­rischen Industrie-Gesellschaft (SIG) in Neuhausen am Rheinfall, gehören zu den ersten vierachsigen Schmalspurwagen der Schweiz überhaupt. Sie waren bis in die siebziger Jahre planmäßig auf der Appenzeller Bahn im Einsatz, bis sie allmählich von moderneren Wagen verdrängt wurden. Die Wagen 17 und 21 wurden 1975 anläßlich des 100-jährigen Jubiläums der Appenzeller Bahn umlackiert und zusammen mit einer von der Rhätischen Bahn stammenden Dampflok als Jubiläumszug auf die Reise geschickt. Das Dampfzugangebot der AB wurde bis heute beibehalten, nur die Zusam­mensetzung des Zuges änderte sich, so daß die Wagen 17 und 21 im Herbst 1991 von der Self­kantbahn übernommen werden konnten. Hier er­hielten sie die Nummern 117 und 121. Mit ihrem Baujahr 1886 sind  sie die ältesten Fahrzeuge des Kleinbahnmuseums Selfkantbahn.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden beide nur unwe­sentlich gerändert. Anläßlich der Elektrifizierung der AB im Jahre 1933 mußte die Ofenheizung der elektrischen Heizung weichen. 1942 wurden die schmalen Fenster durch die heute noch vorhande­nen größeren Fenster ersetzt. Die Inneneinrichtung wurde 1963 den gestiegenen Ansprüchen ange­paßt; aus dieser Zeit stammt die Kunststoffpol­sterung der Sitze. Die Dampfheizung wurde erst bei der Selfkanlbahn eingebaut.

Technikgeschichtlich bedeutsam sind die Dreh­gestelle des Wagens 121: Es handelt sich um eine der ersten und gleichzeitig richtungsweisenden Konstruktionen der SIG, bis in die neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts einer der führenden europäischen Drehgestellbauer. Ein solches wiegenloses Drehgestell mit einzeln abgefederten Achsen steht heute auch im Werk der SIG als industrieller Zeuge aus den Anfängen des Dreh­gestellbaus. Erstaunlich sind die hervorragenden Laufeigenschaften dieser weit über 100 Jahre alten Konstruktion.

© Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e. V.