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Bahnen für das platte Land – Themenwochenende am 29. und 30. Juli 2017

Themenwochenende am Samstag, dem 29. und Sonntag, dem 30. Juli 2017
unter der Schirmherrschaft der Ur-Urenkelin von Geheimrat Lenz, Frau Hedda Lenz

Vor genau 125 Jahren, in der ersten Hälfte des Jahres 1892, wurde im damaligen preußischen Landtag an der Ausformulierung eines Gesetzes über Klein- und Privatanschlussbahnen gearbeitet. Das am 28. Juli 1892 verkündete Gesetz ermöglichte nun einen kostengünstigen Bau von Schienenbahnen zur Erschließung des platten Landes. Die aus privater oder kommunaler Initiative entstehenden Kleinbahnen hatten einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Aufblühen ganzer Landstriche. Erst mit der Kleinbahn siedelte sich Industrie an, blühte der Fremdenverkehr auf und wurde der Abtransport regionaler Erzeugnisse ermöglicht.

Quasi zeitgleich mit dem Kleinbahngesetz war in Stettin die Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Lenz & Co. von Geheimrat Friedrich Lenz und einigen Bankhäusern gegründet worden. Aber auch das Krupp`sche Stahlgussunternehmen in Essen beteiligte sich an der GmbH Lenz & Co. Dieses Unternehmen entwickelte sich in der Folgezeit zum größten und bedeutendsten seiner Art im Deutschen Kaiserreich.

Lenz & Co. baute und betrieb u. a. in den preußischen Provinzen zwischen Geilenkirchen und Lyck sowie zwischen Sonderburg und Sigmaringen rund 100 Kleinbahnen.

Für die Kleinbahnprojekte in der Rheinprovinz errichtete Lenz und Co. in Köln eine Bau- und Betriebsabteilung, aus der später die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft AG hervorging.

Ein Teilstück der westlichsten Lenz-Kleinbahn auf dem europäischen Kontinent, der Geilen-kirchener Kreisbahn, besteht bekanntlich seit Anfang der siebziger Jahre unter der Trägerschaft der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr als Rheinisches Kleinbahnmuseum Selfkantbahn fort.

An die Entstehung dieses für die Entwicklung des Kleinbahnwesens wichtigen preußischen Gesetzes, welches im Bundesland Berlin übrigens immer noch Gültigkeit hat, und besonders an das Wirken von Geheimrat Friedrich Lenz und seiner Unternehmungen im Deutschen Reich und in den damaligen afrikanischen Kolonien erinnert die IHS mit einer zweitägigen Sonderveranstaltung.

 

Was u. a. fährt und was es zu sehen gibt bzw. vermittelt wird:

  • Fahrzeuge früherer Lenz-Bahnen (Lok 4i „Franzburg“ vom DEV und ein halbes Dutzend betriebsfähig restaurierter Wagen aus der Sammlung von Wim Pater) sind Gäste bei der Selfkantbahn und ermöglichen eine Zeitreise in die Blütezeit der ländlichen Kleinbahnen
  • Eine Ausstellung von Kleinexponaten, Dokumenten, Schriftstücken und Bildern zeigt die Geschichte der Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Lenz & Co. GmbH und der verbundenen Unternehmen
  • Informationen zur Entwicklung des preußischen Kleinbahngesetzes
  • Informationen über nicht realisierte Lenz-Projekte in den Altkreisen Erkelenz und
    Heinsberg (hier speziell die geplante Selfkantbahn von Heinsberg nach Tüddern)

 

Samstag, 29. Juli 2017

  • Zugverkehr nach Sonderfahrplan zwischen ca. 12:00 und 18:00 Uhr
  • Ausstellung geöffnet von 11:00 bis 18:30 Uhr
  • Vorträge zur Geschichte von Lenz & Co. und ausgewählter Bahnen

 

Sonntag, 30. Juli 2017

  • Es verkehren die Züge des sonntäglichen Regelfahrplans
  • Zusätzliche Züge bestehend auch aus den Gastfahrzeugen
  • Ausstellung geöffnet von 10:00 bis 18:00 Uhr
  • Vorträge zur Geschichte von Lenz & Co. und ausgewählter Bahnen

 

An beiden Veranstaltungstagen wird der niederländische Photograph und Filmer Ton Pruissen vor der Aufnahme und nach Beendigung des Fahrbetriebes folgende Filme aus den sechziger Jahren präsentieren:

  • Saatziger Kleinbahn mit 6 Min.
  • Franzburger Kleinbahn mit 15:30 Min. K
  • leinbahnen auf der Insel Rügen mit 10:50 Min.

 


 

Für das gesammte Wochenende gilt ein Sonderfahrplan, den Sie sich hier als PDF-Datei herunterladen können!

 


 

Begriffe wie Barrierefreiheit, höhengleicher Einstieg etc. waren beim Bau der Kleinbahnen und ihrer Betriebsmittel noch unbekannte Vokabeln. Im 21. Jahrhundert kann sich hingegen auch eine Museumsbahn den Reisebedürfnissen von mobilitätsbehinderten Mitbürgern nicht verschließen.
Der zum „Wagen für alle“ umgebaute Reiszugwagen Nr. 129 der Selfkantbahn bietet auch Rollstuhl- und Rollatornutzern ein angenehmes Ambiente.
Dieser „Wagen für alle“ wird am Samstag, den 29.7., in mindestens einem nachmittäglichen Zugpaar mitgeführt und kommt am Sonntag, 30.7., in allen Dampfzügen des sonntäglichen Regelfahrplans zum Einsatz.
Auch die Ausstellungshalle ist barrierefrei erreichbar. Die Personale der Selfkantbahn zeigen gerne den nur wenige Schritte längeren Weg.

© Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e. V.